Wtp 07 Bhkw

Begriffsbestimmung

  • dezentrale Versorgung einer Anlage mit Wärme und elektrischer Energie
  • Generator stellt elektrische Energie bereit
  • freiwerdene Wärme wird zum Heizen benutzt
  • abgestimmtes System in Modulsbauweise

Verbrennungskraftmaschine

  • Gasturbinen
    • nur bei hohen Leistungen, guter Wirkungsgrad (> 25%)
    • selten in Getränke- und Lebensmittelbereichen eingesetzt
  • Hubkolbenmotoren
    • Ottomotor: äußere Gemischbildung, Zündung von außen, Gleichraumverbrennung
    • Dieselmotor: innere Gemischbildung (Einspritzung), Zündung durch Verdichtungstemperatur, Gleichdruckverbrennung
    • Zweitaktmotoren sind wartungsärmer, aber emissionsreicher

Generator

  • Asynchrongenerator
    • Leistung < 100 kW
    • Stator: 3 Drehstromwicklungen
    • Rotor: Blechpaket mit kurzgeschlossenen Wicklungsstäben
    • billig, betriebssicher, wartungsarm
    • Anlaufen mit externen Strom in Stator zum Aufbau des Magnetfelds
    • Anlaufstrom aus Netz oder Batterie-Kondsator-Schaltung
  • Synchrongenerator
    • Stator: 3 Drehstromwicklungen
    • Rotor: Läufer mit eigener Wicklung
    • Synchronisation mit Netz über Regelung der Drehzahl
    • Regelung des Leistungsfaktors cos phi über Erregerstrom

Wärmeüberträger

  • drei Stellen zur Wärmeabfuhr
    • am Motor
      • Rohrbündelwärmeübertrager
      • Heizwasser bis 85 °C (heißgekühlt bis 120 °C)
    • Abkühlung des Abgases
      • Rohrbündelwärmeübertrager
      • Dampferzeugung (max. 150 °C)
      • Abkühlung Abgas auf 180 (Öl), 120 (Gas) oder Kondensation auf 30 °C
    • Abwärme des Generators
      • Wicklungswiderstand, Ummagnetisierung
      • Vorwärmen des Heizmediums Wasser
      • Abführung durch Luft

Steuerung und Regelung

  • Regelung Brennstoffzufuhr
  • Temperatur- und volumenstromabhängige Regelung Heizwasserkreislauf
  • Regelung Motor
  • Gasgemischregelung
  • Regelung Generator
  • Steuerung An- und Abfahrvorgänge
  • Überwachung Systembauteile

Brennstoffe

Flüssige Brennstoffe

  • Heizöl EL, pflanzliche Öle, veresterte Öle
  • Veresterung von Triglyceriden mit Methanol: kleinere Moleküle, niedrigere Viskosität
  • Methylester können ohne Umbau eingesetzt werden, Wirkungsgrad aber geringer durch höheren Aufwand der Umesterung

Gasförmige Brennstoffe

  • Erdgas
  • Biogas
    • Zusammensetzung schwankt, ebenso Heizwert
    • Einsatz in Zündstrahlmotoren (Gasgemisch verdichten und Zünden durch Einspritzung von Diesel)
    • Magermixmotoren: mehr Sauerstoff als nötig, weniger Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe

Kraftwärmekopplung

  • gekoppelte Erzeugung von Wärme und Kraft in einer Anlage
  • 40 % weniger Primärenergie nötig als bei getrennten Anlagen -> weniger CO2-Emission (mit Erdgas oder regenerativen Brennstoffen noch weniger)
  • Gesamtwirkungsgrad von 85-90 % möglich
  • mehre Motoren könenn einen Generator bedienen
    • Anpassung an Energiebedarf
    • Motoren können optimalen Wirkungsgrad entfalten
    • höhere Ausfallsicherheit

Nutzung der bereitgestellten Wärme

  • Jahresdauerlinien zeigen Wärmebedarf in Abhängigkeit der Jahresstunden
  • Ergänzung BHKW durch günstige Kesselanlagen zur Abdeckung der Spitzenlast
  • Entkoppelung durch Einsatz von Wärmespeicher oder Nutzung der Wärme in Absorptionskälteanlagen oder Wärmepumpen

Nutzung elektrischer Energie

  • Eigenstromerzeugung (Arbeitspreis > Leistungspreis)
  • Einspeisung
    • Einspeisevergütung generell unter Strombezugskosten
    • konventionelle Energieträger weniger wert als regenerative
    • Einspeisevergütungen geregelt nach EEG

Rahmengesetze zur Kraft-Wärme-Kopplung

Verteuerung der Verwendung von Energie, aber steuerliche Vorteile für KWK-Anlagen

Kraft-Wärme-Kopplung und das Stromsteuergesetz

  • Stromsteuer die je Kilowattstunde anfällt
  • Anhebung der Leistungsgrenze von 0,7 auf 2 MW (Eigenverbrauch)
  • Strom aus regenerativen Rohstoffen ist steuerbefreit

Kraft-Wärme-Kopplung und das Mineralölsteuergesetz

  • Steuer auf Mineralöle
  • Ausnahme der Steuer für ortsfeste Kraftwerke mit Monatsnutzungsgrad von 70 %
  • Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke mit Wirkungsgrad > 57,5 % werden 10 Jahre von Steuer ausgenommen

Kraft-Wärme-Kopplung und das Erneuerbare-Energien-Gesetz

  • Befreiung von Stromsteuer bei Entnahme von Strom aus Windkraft, Sonnenenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Deponiegas, Klärgas und Biomasse aus Eigenerzeugung oder aus Leitung mit ausschliesslich Strom aus regenerativen Rohstoffen
  • Strom aus BHKWs kann nur vergütet werden, wenn ausschließlich erneuerbare Brennstoff zum Einsatz kommen

Das Gesetz zum Schutz der Stromerzeugung aus KWK-Anlagen (KWK-Vorschaltgesetz)

  • Netzumlage zum Schutz von KWK-Anlagen vor Liberalisierung des Strommarktes

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

  • Ersatz des KWK-Vorschaltgesetzes
  • nur noch Zusatzvergütung von Strom aus KWK-Anlagen
  • Bereich der Mini-BHKW wird bis 2005 stark gefördert

Einsatzgebiete

  • Deckung Grundlast und Leistungsspitzen (vorallem elektrisch)
  • Versorgung einzelner Produktionsanlagen möglich

Anlagenbeschreibung

  • 3-Zylinder-Reihenmotor (0,9 l Hubraum, 1800 U/min)
  • 5 kW elektrische Leistung, 11,5 kW thermische Leistung
  • 2,1 l/h Kraftstoffverbrauch
  • luftgekühlter Asynchrongenerator DK 132 S-2B (7,5 kW, 3000 U/min, 400 V, 50 Hertz)
  • Zweikreiskühlsystem (Motor und Abgaswärmetauscher) auf Heizsystem über Edelstahl-Plattenwärmetauscher
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