Wtp 05 Kessel

Einleitung

  • genehmigungsbedürftig: Brauereien mit 5000 hl Verkaufsbierausstoss, Mälzereien -> vollständige Emissionserklärung
  • verkürzte Emissionserklärung bei Gas und Heizöl EL

Aufbau einer Kesselanlage

  • Umwandlung chemisch gebundener Energie in Wärme
  • Übertragung der Wärme durch Strahlung und Konvektion an Wärmeträger
  • Bestandteile: Kessel, Brenner, Verbrennungsluftgebläse, thermischer Entgaser, Kondensatsammelbehälter, Speisewasserpumpe, Sicherheits- und Regeleinrichtungen

Feuerung

  • Heizwert: Wärme die bei vollständiger Verbrennung frei wird, wenn Produkt wieder auf 25 °C zurückgekühlt wird. Wasserdampf bleibt dampfförmig
  • Brennwert: Wärme, die bei vollständiger Verbrennung frei wird, wenn Produkt auf 25 °C gekühlt wird und die Kondensationswärme abgegeben wird. Wasserdampf wird kondensiert.
  • spezifische Verdampfungswärme: Wärme, die benötigt wird um eine Flüssigkeit zu verdampfen, ohne dass sich diese erwärmt.
  • Kohlenmonoxid senkt Kesselwirkungsgrad (unvollständige Verbrennung)
  • Schwefel senkt Heizwert (niedrige Reaktionsenthalpie) und kann zu Schwefelsäure auskondensieren
  • Ruß ist Produkt unvollständiger Verbrennung, Bestimmung Rußzahl < 1
  • Mischung Verbrennungsgas und Verbrennungluft im Kessel nicht optimal (kurze Verweilzeit) -> Zuführung von mehr Luft als nötig
  • Luftverhältnis $\lambda$: Verhältnis tatsächlich zugeführter Luftmasse zur stöchiometrischen Luftmasse

Wärmeübertragung an Wärmeüberträger

  • Kessel ist Feuerraum und Wärmeüberträger
  • Brennkammer -> Strahlung
  • Abgaszüge -> Konvektion

Dampf

Dampferzeugung

  • drei Phasen
    • Erwärmung Wasser bis Siedepunkt
    • Verdampfung Wasser (Temperatur und Druck konstant)
    • Überhitzung Wasserdampf (Temperatur, spezifisches Volumen steigt)
  • Heißdampf ist schlechter Wärmeleiter als Sattdampf (70 <—> 7000)

Dampfkesselprozess

  • Speisewasser erwärmt bis Siedetemperatur, Verdampfen durch Einbringen von Verdampfungswärme
  • aufsteigender Dampf nimmt Wassertröpfchen mit (Naßdampf) -> Abscheider, Dampfdom -> Sattdampf
  • Dampferzeugung bei höherem Druck
    • kleinere Frischdampfleitungen nötig
    • Drosselung vor Verbraucher

Dampferzeuger

  • Angabe in kg/h (Heisswassererzeuger) oder m3/h (Dampferzeuger)
  • Großwasserraumkessel

Der Kessel

  • Dreizugkessel
    • erster Zug: Flammrohr geht in innere (nasse) Wendekammer
    • zweiter Zug: Rauchrohrbündel (große Übertragungsfläche) geht in äußere (trockene) Wendekammer (Revision)
    • dritter Zug: Rauchrohrbündel geht in Fuchs zum Schornstein
  • Schwankung Wasserstand -> Speisewasser
  • Dampfraum = Kesselvolumen - Wasserraum
  • je größer Verdampfungsoberfläche, desto weniger Wasser im Dampf (Dampf hat dann eine geringere Geschwindigkeit)

Nutzung der Abgaswärme

  • Trockener Betrieb des WÜT: Abkühlung Rauchgas über Kondensationspunkt -> Aufheizen des Speisewassers
  • Nasser Betrieb des WÜT: Abkühlung unter Kondensationswärme
    • erdgasbeheizt, weil kein Ruß oder Schwefel
    • korrosionsbeständiger WÜT
    • Kondensationswärme steht zur Verfügung
    • Niedrigtemperaturverbraucher

Die Feuerung

  • Brennstoff möglichst fein zerstäuben oder verdampfen, Mischung mit Verbrennungsluft, Steuerung der Verbrennung
  • Verdampfungsbrenner, Zerstäubungsbrenner, Rotationszerstäuberbrenner
  • Rotationszerstäuberbrenner
    • Zerstäuberbecher verteilt Heizöl auf Innenwand
    • Abschleudern des Öls an Wand und Mitreissen von Primärluft
    • gleichmäßige Zerstäubung (auch Teillast)
    • Zündung durch Zündelektroden
  • Gasgebläsebrenner

Wirkungsgrad von Dampferzeugern

  • direkte Methode: Bilanz zu- und abgehende Stoffströme
(1)
\begin{align} \eta_K = \frac{Nutzen}{Aufwand} = \frac{\dot{Q}_{FD} - \dot{Q}_{SpW}}{\dot{m}_{Br} \cdot H_u} \end{align}
  • indirekte Methode: Bestimmung von Einzelverlusten und Abzug von 100 % (Abgasverluste, Abschlämmverluste, Absalzverluste, Strahlungsverluste)
(2)
\begin{align} \eta_K = 100 \% - V_{AG}- V_{Schl}- V_{Sa}- V_{St} \end{align}
  • feuerungstechnische Wirkungsgrad: nur Abgasverluste
  • Bereitschafts- und Anfahrverluste: Brennerstillstnad
  • Jahresbetriebswirkungsgrad

Verluste durch fühlbare Wärme im Abgas

  • Verlustformel nach Siegert
  • brennstoffspezifisch Verlustbeiwert $\sigma$
(3)
\begin{align} V_{AG} = \sigma \cdot \frac{t_{AG} - t_L}{[CO_2]} \end{align}

Verluste durch Abschlämmen/Absalzen

  • Zusatzspeisewasser bringt Salze ein
  • zuviele Salze: Schäumen und Spucken -> Verunreinigungen in Dampfleitungen
  • zu wenig Salze: Korrosionsgefahr des Kessels
  • Absalzen in Normalwasserstand
  • Calcium-, Magnesiumsalze fallen als Schlamm aus
  • Kesselstein verringert Wärmeübergang
  • Bestimmung über herstellerspezifische Diagramme

Verluste durch Strahlung und Leitung

  • Messung nicht möglich, Erfassung über Erfahrungswerte
  • Strahlungsverluste bleiben bei Teillast auch konstant (konstante Temperatur)

Anfahrverluste

  • Flammenüberwachungs- und Regelgeräte
  • vor Anfahren Spülen mit Frischluft, damit keine Verpuffungen stattfinden können
  • Frischluft kühlt die heißen Kesselzüge

Verluste durch Dampfbedarf zur Ölvorwärmung, Tank- und Leitungsbeheizung

  • schweres Heizöl muss viskos gemacht werden zum Transport und zur Zerstäubung
  • Messung des Wärmebedarfs über eine Kondensatmessung

Eigenbedarf an elektrischer Energie

  • Gebläseantrieb (in Teillast noch sehr hoch)
  • Einsatz von drehzahlgeregelten Motoren
  • Überwiegend im klein- und mittellastbereich optimal
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