Wtp 02 Wirbelschichtdarre

Übersicht Mälzungsprozess

  • Überwindung der Keimruhe (Selbstschutz gegen Auskeimen bei ungünstigen Bedingungen)
  • Aufgaben des Weichens
    • Reinigung
    • Wasserzufuhr
    • Sauerstoffzufuhr
    • CO2-Entfernung
    • Entfernung Atmungswärme
  • Aufgaben Keimung
    • Freisetzung Enzyme
    • Abbau von Reservestoffen
  • Aufgaben des Darrens
    • Lagerfest durch Wasserentzug
    • Unterbrechung chem-bio. Umsetzungen
    • Bildung Farb-, Aroma-, Geschmacksstoffe
  • helles Malz: schneller Wasserentzug, dunkles Malz: langsamer Wasserentzug
  • Trocknungsabschnitte
    • Schwelken
    • Aufheizen
    • Darren

Beschreibung Darrprozess

  • direkte Beheizung (Nitrosamine)
  • indirekte Beheizung
  • Luftvolumenstrom ist abhängig von Wasseraufnahmekapazität und gewünschter Wasserentzug

Schwelken

  • Trocknung bis 12-14 %
  • Oberflächenverdunstung (freies ungebundenes Wasser, keine Kapilarkräfte)
  • Hygroskopiztätspunkt: Verdunstung freies Wasser -> gebundenen Wasser
  • Messung nur hinreichende Genauigkeit

Aufheizen

  • Trocknung von 12-14 auf 6 %
  • freies Wasser und gebundenes Wasser verdunstet (hygroskopische Kräfte)
  • Adsorption: Absenkung Dampfdruck unter Sattdampfdruck
  • Messung mit guter Genauigkeit

Abdarren

  • Trocknung bis 4-6 %
  • nur Verdunstung gebundendes Wasser
  • nur Temperatur einflussgebend
  • Messung sehr ungenau (Strähnenbildung)

Zustandsänderungen beim Darren

  • Frischluftbetrieb
    • Frischluft in Kreuzwärmeüberträger bei konstanten Wassergehalt vorgewärmt
    • Aufheizen bei konstantem Wassergehalt im Heizregister
    • Wasseraufnahme und Abkühlen beim Durchströmen der Horde
    • Abgabe der Wärme im Kreuzwärmeüberträger (Kondensation)
  • Umluftbetrieb
    • Mischpunkt liebt auf Verhältnis der Massenverhältnisse Umluft und vorgewärmter Frischluft
    • nur bei geringer Abluft sinnvoll

Aufbau einer Darre

  • 350-450 kg/m2, gleichmäßige Beladung
  • Zweihorden-Luftumkehrdarren benötigen geringeren spezifischern Brennstoffwärmebedarf

Engergieverbrauch

  • Abhängig von verschiedenen Kriterien
    • Bauart (Ein-, Zweihorden, Vertikaldarre)
    • direkte/indirekte Beheizung
    • Wärmerückgewinnungsanlagen
    • Schütthöhe Grünmalz
    • Wassergehalt des Malzes
    • Außenluftzustand
    • Isolierung Darre
    • Regelung Ventilatoren (in Stufen, stufenlos)
    • Frisch-, Umluftbetrieb
    • Provenzienz der Gerste
  • 774 kWh/t Einhorden-Hochleistungsdarre
    568 kWh/t Zweihorden-Luftumkehrdarre
  • indirekte Beheizung günstiger (Taupunkt des Rauchgases nicht relevant)
  • Wärmeverluste von Außenfläche abbhängig (große Darren günstiger)
  • Winter zwar kälter, aber Luft trockener

Energieeinsparungen

  • Wärmerückgewinnung mit Krezstromwärmeüberträger
    • Glas-, Kunststoffröhren (schlechter Wärmeübergang, aber geringes Gewicht)
    • höherer Stromverbrauch durch Ventilator
    • insgesamt 33% Einsparungen
  • Ecoflow-System (Sekundärkreislauf)
  • Kontrolle über Temperaturwirkungsgrad
    • 80 % Schwelken
    • 60-65 % Nach Schwelken
(1)
\begin{align} \eta_{KWT} = \frac{t_Z - t_{FL}}{t_A - t_{FL}} \end{align}
  • Umluftbetrieb
    • qualitative Einbussen, nur geringe Einsparungen
    • nicht beim Schwelken
  • elektrische Energie
    • 22 kWh/t Zweihorden-Luftumkehrdarre
      35 kWh/t Einhorden-Hochleistungsdarre
    • bei Drehzahländerungen des Ventilators sinkt sein Wirkungsgrad
    • hohe Investitionskosten bei frequenzgesteuerten Drehstrommoter oder regelbaren Gleichstrommoter

Wärmetechnische Berechnung einer Darre

  • Ermittlung Wassergehalt Grünmalz
  • Einhaltung der Darrzeit
  • Gleichmäßigkeit des Darrens
  • Verbrauch an elektrischer Energie
  • Verbrauch thermischer Energie
  • Bestimmung Luftfeuchtigkeit und Wasserbeladung feuchter Luft

Darren im Wirbelschichtverfahren

  • Einhordendarre: durchströme Schüttschicht
  • Lockerungsgeschwindigkeit -> Wirbelschicht
  • Gemisch aus Gas und Partikel ist wie Fluid (Fluidisation)
  • Vorteile des Wirbelschichtverfahrens
    • hervorragende Wärme- und Stoffübergangsverhältnisse
    • wesentliche Vergrößerung der umströmten Gutsoberfläche
    • Temperaturkonstanz
    • genauere Temperaturführung
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