Grundlagen mikrobiologischen Arbeitens
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Table of Contents
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Mikroorganismen
- Bacillus: hitzeresistenze Endosporen, Boden besiedelnd
- Bacillus stearothemophilus: Testkeim für Hitzestrilisation
- Bacillus subtilis: Heubazillus, Enzymproduzent (Amylasen, Proteasen)
Versuch 1: Herstellung mikrobiologischer Medien
Medienzusammensetzung
| Baustoffe (g/l) | C, O, H, N, S, P, K, Ca, Mg, Fe |
|---|---|
| Spurenelemente (mg, microg/l) | Mn, Mo, Zn, Cu, Co, Ni, V, B, Cl, Na, Se, Si |
- Je nach Stoffwechsel Energielieferant in Form von Kohlenstoff-, Stickstoff-, oder Schwefelverbindungen
- sowie anorganische und organische Wasserstoffdonatoren
- Suppline und Wachstumsfaktoren: Vitamine, Aminosäuren, Purine1, Peptide
- alle Medien werden mit Wasser hergestellt
Gruppen von Nährmedien
| Synthetische (=definierte) Medien | komplexe Medien |
|---|---|
| genau definierte Mengen an chemischen Zusätzen | nicht genau definierte Bestandteile für komplexe MO |
| Peptone: durch Hydrolyse von tierischen/pflanzlichem Eiweiß, enthält Aminosäuren, Peptide, Salze, Vitamine und Zucker | |
| Hydrosolate: tierisches/pflanzliches Protein mit anorganischen Säuren, enthält freie Aminosäuren (Tryptophan zerstört) | |
| Extrakte: aus Fleisch enthalten Peptide, Purine, Harnstoff, Mineralien und Vitamine (frei von vergärbare Kohlenhydrate) Hefeextrakt: durch Autolyse/Hydrolyse von Back- und Brauhefen, enthalten Vitamine und Wuchsstoffe Malzextrakt: durch Auslaugung von Malz (55°C) enthalten Kohlenhydrate (Maltose), als Zusatz für Pilznährböden |
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| Säfte und Dekokte: wässrige Auslaugungen aus Erde, Früchten, Pferdekot | |
| Minimalmedium | Vollmedium |
| Mindestansprüche der MO (z.B. prototrophe2) | enthalten auch Bestandteile, die der Organismus selbst herstellen kann, aber so das Wachstum zusätzlich fördern |
| Kollektivmedium | Selektivmedium |
| genügen Nährstoffanforderungen vieler MOs | nur gute Wachstumsbedingungen für eine kleine Gruppe, andere werden unterdrückt (Antibiotika) |
| Differentialmedien | |
| erlauben mehreren Gruppen Wachstum, Zusätze können mit Stoffwechselprodukten wechselwirken | |
| halbfeste/feste Medien | |
| Agar: 45°C verfestigen, 95-100°C Schmelzen, kein Abbau durch MO Gelantine: 20°C verfestigen, ab 25°C flüssig, Abbau durch Exoprotease, kein Flüssigkeitsfilm Kieselsäure: nur anorganisch Caragen: vollsynthetisches Verfestigungsmittel Carrageenan: natürliches Verfestigungsmittel |
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Nährböden im Praktikum
| Nährmedium | Bedeutung |
|---|---|
| Nährbouillon | NB-, LL????? |
| Standard I | hoher Glucoseanteil |
| Standard II | ohne Kohlenhydrate |
| Würze, Malzextrakt | hoher Zuckeranteil |
| Peptonwasser | hoher Peptonanteil |
| MRS-Bouillon | z.B. mit Lactosezusatz für Milchsäurebakterien, Lactobacillus-Agar nach DE MAN, ROGOSA und SHARPE |
- Trockennährböden werden in Wasser gelöst -> Flüssignährboden
- Flüssignährböden werden mit Agar versetzt -> Festmedium
- nach Autoklavieren wird das Medium auf Böden oder Reagenzgläser verteilt
- Hitzeempfindliche Zusätze sollten erst nach Autoklavieren zugegeben werden
- bei zuckerhaltigen und aminosäurenhaltigen Nährböden erfolgt eine getrennte Sterilisation, sonst Maillard-Reaktion3
Sterilisationsmethoden
Abtöten lebender Organismen und/oder deren Sporen -> Verlust von Lebens- und Vermehrungsfähigkeit
- Kaltsterilisation (Membranfiltration 5nm bis 10 microm)
- Hitzesterilisation
- trockene Hitze (Sterilisationsschränke: 3 Std 150°C, 40min 180°C)
- feuchte Hitze (100°C strömender Dampf)
- Tyndallisierung (3x 30min 100°C, 24h 25-30°C Brütung)
- Dampfsterilisation (15min 121°C 1,2 bar)
- Pasteurisation (5-15min 70-80°C)
- Desinfektionsmethoden
- Desinfektionsmittel (Aldehyde, Quarternäre Ammoniumverbindungen, Phenol, 10%iges Formalin, 70%iger Ethanol, 70%iges Isopropanol, Äthylenoxid (explosiv, für Kunststoff)
- UV-Bestrahlung (Wirkung nimmt mit Entfernung stark ab)
Versuchsdurchführung
- 6ml vollständig gelöstes heißes Standard I Medium pro Reagenzglas (=12 ml insgesamt, es wurde vorher schon autoklaviert)
- Autoklavieren
- Schrägstellen der Medien und kalt werden lassen
Versuch 2: Sterilisationskontrolle
Theorie
Zwei Systeme zur Sterilsationskontrolle eines Autoklaven:
- farbige Klebebänder, die bei genügend langer Exposition einen Farbumschlag machen
- Sterikon-Bioindikator: Ampullen mit Bacillus stearothermophilus, die nach Autoklavieren bebrütet (24-48h) werden. Ansäurerung des Mediums durch Auskeimen von nicht abgetöteten Sporen (rot-violett -> gelb)
Versuchdurchführung
- 3 Ampullen nach Anleitung in den Autoklaven, 1 zur Kontrolle draußen
- dann bebrütung aller Ampullen (Auswertung am nächsten Tag)
- Pipettendosen mit Klebebänder am Boden versehen und in die Trockensterilisation (3h bei 150°C)
Versuch 3: Einfluss verschiedener Sterilisationsmethoden auf Bacillus subtilis
Versuchsdurchführung
- Beimpfen 1 Reagenzglas (Standard-I-Bouillon) 0,1ml Bacillus subtilis Sporensuspension
- Beimpfen 1 Reagenzglas (Standard-I-Bouillon) 1 Tropfen Bacillus subtils Kultur
- Bebrütung als Kontrolle
- Auswertung am nächsten Tag: Wachstum -> Trübung
Versuch 4: Einfluss verschiedener Hitzesterilisationsmethoden auf hitzeempfindliche Medienzusätze
Theorie
- Zucker, Antibiotika, Vitamine und Wuchsstoffe sind hitzeempfindlich
- darum Sterilfiltration
- Reduzierende Zucker -> Maillard Reaktion -> Verfärbungen (Photometrische Messungen verfälscht) -> Reaktionsprodukte (MO können veränderte Substrate verstoffwechseln)
Versuchsdurchführung
- Herstellung Fertigmedium Standard-II 2,5% + 1% Stärke (-> 0,05 ml Stärke werden gebraucht?)
- Autoklavieren
Seiten Revision: 6, zuletzt bearbeitet: 28 Apr 2010 12:29





