Lmbt Skrip Enzym

1 Enzymtechnik

1.1 Theoretische Grundlagen

1.1.1 Einleitung

  • Enzyme sind katalytisch aktive Proteine (d.h. makromolekulare Biokatalysatoren)
Hauptklassen der Enzyme
Klasse Name Beispiel
1 Oxidoreduktasen Katalase
2 Transferasen Hexokinase
3 Hydrolasen alpha-Amylase
4 Lyasen Pektinlyase
5 Isomerasen Glucosephosphat-Isomerase
6 Ligasen Pyrovatcarboxylase

1.1.2 Enzymkinetik

  • Beschreibung des Geschwindigkeitsverhaltens
  • Ein-Substrat-Reaktionen kommen nur selten vor. Meist tritt Wasser als zweites Substrat auf. Seine Konzentration ist nahezu konstant, darum die Annahme für Ein-Substrat-Reaktion
  • Michaelis-Menten-Kinetik beschreibt die Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Substratkonzentration
  • Reaktion 1. Ordnung: bei kleinen Konzentrationen hängt die Geschwindigkeit von der Konzentration ab
    Reaktion 0. Ordnung: Geschwindigtkeit ist unabhängig von der Substratgeschwindigkeit

Herleitung Michaelis-Menten-Gleichung nach Briggs und Huldane

(1)
\begin{align} E + S ~ \overset{k_{{}+1}}{\underset{k_{{}-1}}{\rightleftharpoons}} ~ ES ~ \overset{k_{{}+2}}{\rightarrow} ~ E + P \end{align}
(2)
\begin{align} - \frac{\mathrm{d}S}{\mathrm{d}t} = v = k_{{}+1} \cdot E \cdot S - k_{{}-1} (ES) \end{align}
(3)
\begin{align} \frac{\mathrm{d}(ES)}{\mathrm{d}t} = k_{{}+1} \cdot E \cdot S - k_{{}-1} (ES) - - k_{{}+2} (ES) \end{align}

Die Mengenbilanz $E = E_0 - (ES)$ und das Fließgleichgewicht $\frac{\mathrm{d}(ES)}{\mathrm{d}t} = 0$ kann in obige Gleichungen eingesetzt werden. Durch Auflösen nach $(ES)$ und einsetzen in Geschwindigkeitsgleichung erhält man $v$ und $K_M$.

(4)
\begin{align} v = \frac{k_{{}+2} \cdot S \cdot E_0}{S + \frac{k_{{}-1} + k_{{}+2}}{k_{{}+1}}} = v_{max} \cdot \frac{S}{S + K_M} \end{align}
(5)
\begin{align} K_M = \frac{k_{{}-1} + k_{{}+2}}{k_{{}+1}} \end{align}
  • großes $K_M$ bedeutet schnnellen Zerfall
    kleines $K_M$ bedeutet schnelle Bildung
  • $K_M$ ist unabhängig von der Enzymkonzentration
    $v_{max}$ ist abhängig von der Enzymkonzentration
  • 1 kat = 1 mol/s 1 U = 1 µmol/min

Bestimmung von $v_{max}$ und $K_M$

  • Bestimmung durch Variation der Substratkonzentration
  • Ermittlung der Reaktionsgeschwindigkeit über Differenzquotienten v = \frac{\Delta p}{\Delta t}, idealerweise online
  • bei Proben in Zeitintervallen Integration der Michaelis-Menten-Gleichung
(6)
\begin{align} v_{max} \cdot t = K_M \cdot \ln{\frac{S_0}{S}} + \left( S_0 + S \right) = - K_M \cdot \ln{(1 - U)} + S_0 \cdot U \end{align}
  • bei Wertepaare nichtlineare Regression
  • Überführung in lineare Form durch Variablentransformation

Lineweaver-Burke-Auftragung

(7)
\begin{align} \frac{K_M}{v_{max} \cdot S} + \frac{1}{v_{max}} \end{align}

Eadie-Hofstee-Auftragung

(8)
\begin{align} \frac{v}{S} = - \frac{1}{K_M} \cdot v + \frac{v_{max}}{K_M} \end{align}
Enzymkinetik4.png

1.1.3 Effektorkinetik

  • Aktivatoren erhöhen Reaktionsgeschwindigkeit
  • Inhibitoren verringern Reaktionsgeschwindigkeit

1.1.3.1 Kompetetive Hemmung

  • Konkurrenz um das aktive Zentrum
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