Schnellnachweise
- Inokulation
- Als Inokulation wird in der Mikrobiologie das Animpfen einer Zellkultur oder einer Kultur mikrobieller Stämme (z. B. einer Gewebekultur oder Bakterienkultur) bezeichnet.
- Inkubation
- Anzüchtung beispielsweise von Zellkulturen oder Bakterienkulturen in einem Wärmeschrank
Impedanzverfahren
- Wachstum führt zu Veränderungen der chemischen oder ionischen Zusammensetzung des Mediums
- Kohlenhydrate keine Ladung und erhöhen Widerstand (Impedanz)
- Bei Verstoffwechselung nimmt Impedanz ab (je höher Zellzahl desto schneller)
- Nachteile: langsam wachsende MO → langsame Stoffumwandlungen
ATP-Biolumineszenz
- Messung ATP-Menge über Lichtintensität
- Vorteil
- sehr schnell
- qualitativer und quantitativer Nachweis minimaler Mengen (10-11 Mol)
- Nachteil
- unspezifisch
- nicht feststellbar, ob ATP vom Bierschädling kommt, aber Beurteilung des Hygiene-Status möglich
Immunchemischer Nachweis
- Prinzip: Antigen-Antikörper-Reaktion
- Bakterien binden an fixierte Antiköprer
- zweiter Antikörper mit Färbeenzym, welches nach Zugabe von farblosen Chromogen, die Reaktion zum farbigen Produkt katalysiert
- Photometrische Messung
Durchflusszytometrie
- Zellen in Kapillare einzeln durch Lichtstrahl (Laser, Argon, Xenon)
- Messung des gestreuten Lichts → Zellform, Komplexität, Größe
- Messung mehrerer Fluoreszenzfarbstoffe, die spez. an Zellbestandteilen hängen
- Häufigkeitsverteilung auf Dot-Spot Diagrammen oder Histogrammen
- Immunfluoreszenzmarkierung: Antikörper (mit Fluoreszenzfarbstoffen) binden an spez. Bakterien (Operflächenproteine)
- Vorteile
- sehr empfindlich (wenige Bakterien in Hefepopulation)
- Nachteile
- nur kleine Probemengen
- Gerät und Verbrauchsmaterialien sehr teuer
Gensonden-Technologie
- fluoreszenzmarkierte Gensonden (einzelsträngige DNA-Moleküle mit stammspez. Basensequenz) binden an komplementäre rRNA-Zielsequenz → Leuchten der Bierschädlinge
Direkte Fluoreszenzfärbung
- FDA Fluorescindiacetat fluoresziert grün in lebenden Zellen (Spaltung durch Esterasen)
- PI Propidiumjodid fluoresziert rot in toten Zellen
- Vorteile
- große Geschwindigkeit
- automatische Auswertung
Sandwich-Hybridisierung
- Nachweis von mikroorganismenspez. rRNA mit art-, gruppen- und gattungsspezifischen Fänger- und Nachweissonden durch Sandwich-Hybridisierung
- Fängersonde Festphase -> Detektionssonde (Bindung mit Enzym, welches Farbreaktion katalysiert)
- Analysenzeit 2-2,5 Stunden
- Vorteile
- schnell und sensitiv
- qualitative und quantitative Erfassung lebender Zellen
- hochflexibel
- Bestimmung von rRNA und mRNA
- kombinierbar mit verschiedensten Auslesetechnologien
- robuste und preiswerte Gerätetechnik, kosteneffiziente Analysen
- schnelle, preiswerte und gut planbare Testentwicklung
- Spezifität der Sonden gut vorhersagbar
- kostengünstige, einfache Herstellung der Oligosonden
PCR
- klassische Differenzierung (Selektivnährmedien, Mikroskopieren)
- hoher Zeitaufwand
- Ergebnis nicht immer deutbar
- von Anzuchtbedingungen abhängig
- voherige Vereinzelung notwendig
- Nachweisdauer von bierschädlichen Bakterien 5-7 d meist zu lang
- Ziel: Erhöhung der Nachweisgeschwindigkeit (Zell-DNA in wenigen Stunden)
molekulare Grundlagen
- 4 Nucleobasen: Adenin, Guanin, Thymin, Cytosin
- 2 komplementäre Stränge in 5'-3' Richtung
DNA-Synthese
- DNA-Vermehrung: DNA-Replikation von Chromosomen und Plasmiden
- Helikasen → Aufdrillen und Auftrennen DNA-Doppelstrang
- DNA-Polymerasen → Neusynthese in 5'-3'-Richtung
- künstliche DNA-Vermehrung durch PCR
- thermische Aufspaltung
- Definition Zielsequenz
- Vermehrung durch Polymerase
- mehrfache Wiederholung (Kettenreaktion)
PCR-Reaktionsschema
- spez. DNA-Segmente der Zielorganismen werden in vitro exponentiell vervielfälltigt
- Auswertung durch An- oder Abwesenheit von PCR-Produkten (Ziel-DNA)
- 94 °C 10 min: Aktivierung Polymerase
- 94 °C 15 sec: Aufbrechen Doppelstrang
- 60 °C 30 sec: Annealingtemperatur für Primer, Anlagerung der Primer
- 72 °C 30 sec: Temperaturoptimumg Polymerase → Anhängen der dNTP's an Primer
- Zyklus ca. 40 Wiederholungen
Standard-PCR
- Gelelektrophorese der PCR-Produkte
- Visualisierung über Agarosegel (Ethidiumbromid) oder Polyacrylamidgel
- Brauereianwendung seit ca. 1992
Realtime-PCR
- Online-Messung über Fluoreszenzsonden während PCR-Lauf
- Brauereianwendugn seit ca. 2001
- pos. Ergebnis → sigmoider Kurvenansteig Ct-Wert zwischen 1-40
TaqMan
- TaqMan Sonde
- eine Sonde mit zwei Flurophoren (R+Q)
- Sonde lagert sich an DNA an und wird währen Polymerase-Aktivität zerstört
- bei Trennung von R+Q ensteht das Reporter-Signal (R) → Fluoreszenzanstieg
LightCycler
- LightCycler Sonden
- zwei Sonden, jede Sonde trägt einen Farbstoff
- Anlagerung beider Sonden in enger Nachbarschaft
- Abstrahlung des Signals nur wenn beide gebunden sind
- proportionale Zunahme der neugebildeten DNA während PCR
- Schmelzkurvenanalyse (Fluoreszenz vs. Temperatur) während PCR-Lauf
PCR in Praxis
- Probenvorbereitung: evtl. Membranfiltration, evtl. Voranreicherung
- DNA-Isolation: Lysepuffer → Aufschluss der Zellen
- PCR-Reaktion: DNA Zugabe zum Reaktionsmix, PCR-Reaktion im Thermocycler
- Reaktionsmix
- dNTP's: Desoxynucleotid-Triphosphate DNA-Bausteine
- Puffer
- Primer
- Salze
- Ziel-DNA
- Polymerase
- Wasser
Anwendung in Brauerei
(gestrichen)
Seiten Revision: 2, zuletzt bearbeitet: 20 Mar 2011 16:13





