Mechanische Zerkleinerung (Schroten)

Grundlagen der Schrotung

  • Schroten liegt vom Vorgang zwischen Mahlen und Brechen (Malzkorn hat charakteristische Größe von 1 cm)
  • Mühlentypen nach Beanspruchungsart
    • Druck: Kraftwirkung an Oberflächenpaaren (Backen- und Kegelbrecher, Walzenbrecher- und mühlen)
    • Schlag/Prall: Energieübertragung durch rotierende Arbeitsorgane mit hoher Geschwindigkeit (Hammerbrecher und -mühlen, Prallbrecher und -mühlen, Feinprallmühlen)
    • Reibung/Schlag: Beanspruchung in rotierenden oder schwingenden Arbeitsräumen mit beweglichen Mahlkörpern (Sturz- und Schwingmühlen)
    • Schneiden: Beanspruchung durch messer- oder sägeförmige Schneideorgane (Schneidmühlen, Sägen)
  • Aufgaben der Schrotung
    • Schrotung: mechanische Degradation (Maischen: enzymatische Degradation)
    • Mehlkörper möglichst fein zerkleinern
    • chem.-biol. Auflösung der Kornpartien unterschiedlich
      Grobgrieße: z.B. unterlöste Kornspitzen
      Mehl und Feingrieße: mürbe Kornteile
    • Grobgrieße, Spelzen (nur geringe Ausbeutesteigerung, da wenig Enzyme in unterlösten Kornpartien)
    • Zunahme des Extraktes (Spelzen → Grobgrieß → Feingrieß → Mehl)

Zusatzeinrichtungen der Schrotung

  • Ablauf der Schrotung
    • Malzanahme (Probenahme)
    • Malztransport (Förderleistung auf Malzreinigung abstimmen)
    • Malzreinigung (Poliermaschine oder Schwingsieb mit Steigsichter)
    • Malzwaage (vor Schrotmühle bzw. vor Konditionierung)
    • Konditionierung (vor Trocken- oder Naßschrotung)
    • Leistung der Schrotmühle ( 1 Sud in 30-90 min, je nach Art der Schrotmühle und Sudrhythmus)
    • Schrotkasten (1 t Malzschrot = 3 m3, gesamte Schüttung)
  • Malzannahme mit Vorreinigung
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  • Schrotereianlage
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  • Steinausleser
    bt2-steinausleser.png
    • Steine- und metallfreies Produkt
    • keine Funkenbildung in der Mühle (Explosionsschutz)
    • geringere Abnutzung der Walzenrifferlung (geringe Wartungskosten)
    • je mehr Siebe, desto höher die Leistung
  • Konditionierung vor dem Schrotgang
    • Trockenschrotung (Konditionierung 1-2 % H2O, 2-6 Walzenmühle)
    • Nasschrotung (Weichkonditionierung 15-20 % H2O, 2 Walzenmühle)
    • Dampf + 0,5 % Wassergehalt
    • Wasseraufnahme nur in den Spelzen
    • Überhitzung vermeiden, sonst Enzymschädigung
    • Vorteile
      • zähle Spelzen intensiver ausmahlbar
      • keine Zertrümmerung der Spelzen
      • wenig Spelzenmehl (Farbe, Geschmack)
      • mehr Feingrieße
      • bessere Abläuterung
    • Nachteile
      • verstärkte Wartung
      • Mühle schärfer einstellen
      • Walzen möglichst geriffelt
      • Treber halten mehr Vorderwürze zurück (mehr Oberfläche)

Technische Ausstattung und Funktionsweise

  • Schrotmühlen Typen je nach Schrotart
    • Läuterbottichschrot
      • Druck- und Scherbeanspruchung am Walzenstuhl
      • Zweiwalzenmühle (Trocken- oder Nassschrotung)
      • Vierwalzenmühle
      • Fünfwalzenmühle
      • Sechswalzenmühle
    • Maischefilterschrot
      • Hammermühle (Druck- und Prallbeanspruchung)
      • Scheibenmühle (Nassschrotung)
      • Dispergiermühle (Nasschrotung)
  • Schrotmühlen / Walzenstühle
    • Druck und Reibung (Körner werden gebrochen, Mehlkörper aus Spelzen herauswalzen)
    • geriffelte Walzen (Öffnen der Körner durch Einschneiden, Einzug der Körner in den Mahlspalt)
    • Feinschrot (Maischefilter, alle Walzen geriffelt, Schneide gegen Schneide)
    • Grobschrot (Läuterbottich, alle Walzen geriffelt)
    • Parameter
      • Oberfläche glatt/geriffelt
      • Differentialgeschwindigkeit ja/nein
      • Spaltbreite (1 Walze verstellbar)
      • Speisewalze regelbar
      • trocken / Konditionierung / Nassschrotung
      • Umdrehungszahlen der Walzen
      • Anzahl der Mahlgänge
  • Zweiwalzenmühle
    • erzielbare Grobschrotqualität (nur bei gut gelösten Malzen optimale Läutergeschwindigkeit und Ausbeute)
    • Vorraussetzungen
      • gleichmäßige Zuführung
      • geringe Beschickung
      • geringe Umdrehungszahl
    • Funktionsweise
      • zwei gleichgroße Walzen
      • glatte Oberflächen
      • gleiche Geschwindigkeit
      • Laufrichtung gegeneinander
      • eine Walze verstellbar
    • Nassschrotung (höhere Leistung, ein Mahlgang ausreichend)
  • Vierwalzenmühle mit vertikalem Sieb
    • oberes Walzenpaar
      • Vorbruch
      • Mehlkörper verbleibt zum Teil noch in Spelzen
      • keine ganzen, ungebrochenen Körner mehr
      • guter Vorbruch bei gleichmäßig geringer Beschickung
    • unteres Walzenpaar
      • engere Stellung
      • Volumen des Schrotes um 50 % größer
      • Walzengeschwindigkeit höher
      • Kreuzschläger: Mehl und Feingrieße umfahren unteres Walzenpaar
  • Fünfwalzenpaar
    • Kombination Vorbruch- und Spelzenwalzen
    • Grießwalzen
  • Sechswalzenmühle
    • Vorbruchwalzen
    • Spelzenwalzen
    • Grießwalzen
    • Ablauf Maltomat
      1. Speisewalze führt Material kontinuierlich den Vorbruchwalzen zu
      2. von Vorbruch zu Spelzenwalzen
      3. über Verteiler wird Schrot zu Siebe geführt
      4. erstes und zweites Sieb Trennung Spelzen von Grieß und von Mehl
      5. Vibrationsfrei durch Gegenbewegung
  • Hammermühle
    • horizontale oder vertikale Rotorachse
    • inert arbeitende Mühle mit CO2-Beschickung
  • Nassschrotung
    • Gekapselte luftfreie Nassschrotung
    • Nassschrotung mit Maischesäuerung
    • Mehlspalt durch starken mechanischen Druck aufgeweitet 0,2 mm
    • Ablauf Hydromill (Scheibenmühle)
      1. mit Konditionierwasser fluten
      2. CO2 einströmen zur Vermeidung von Oxidationen
      3. Malzuführung über Konditionierstrecke zur Mühle
      4. Ausschieben mit Wasser und Leeren der Anlage
      5. Wasserspülung
      6. CIP
    • Dispergiermühle
      • Eintritt Suspension (Rohstoff/Wasser), Austritt Dispersion (Maische)
      • Rotor-Stator-System

Beurteilung des Schrotes

  • Läuterbottichschrot
    • Probennahme
      • mehrere Parallelproben während Lauf
      • Probennahme links und rechts des Walzenpaares
      • je 100-200 g pro Probe (keine Probenteilung)
      • Probenehmer nicht überfüllen
      • keine Proben aus Schrotrumpf nehmen
    • optisch
      • Vorbruchwalzen → alle Körner angebrochen
      • Grießwalzen → möglichst viele Feingrieße
      • Spelzenwalzen → anhaftende Grieße ausmahlen
    • analytisch
      • Schrotsortierung mittels Trockensiebung (oder Nasssiebung)
      • Kenngrößen der Würze- und Bierqualität, sowie Verarbeitbarkeit
    • optimale Einstellung gemäß
      • Ausbeute
      • Abläuterzeit
      • Jodnormalität von Vorderwürze und Nachgüssen
Fraktion Drahtstärke [mm] Maschenweite [mm] Läuterbottich [%] MF 2001 [%]
Spelzen 0,31 1,270 18 0-1
Grobgrieß 0,26 1,010 8 0-3
Feingrieß I 0,15 0,547 35 < 7
Feingrieß II 0,07 0,253 21 > 30
Mehl 0,04 0,152 7 < 25
Pudermehl 11 < 35

Auswirkung auf weitere Prozesse

  • Konditionierung für den Läuterbottich
    • hohe spez. Senkbodenbelastung möglich durch hohes Spelzen-, Schrot oder Trebervolumen
    • bestes Läuterbottichschrot, wenn
      • niedrigstes hl-Gewicht
      • Spelzenvolumen > 750 ml/100g = 13 kg/hl
      • Spelzen gut erhalten
      • Spelzen gut ausgemahlen
    • konditioniertes Trockenschrot (gut erhaltene, elastische Spelzen, Ausmahlung über Spelzenwalzen)
    • moderne Nassschrotung (gut erhaltene elastische Spelzen, Spelzen meist vollständig ausgemahlen, möglichst geringer Mahlspalt)
    • Treberkuchen hält Vorderwürze zurück, aber Gesamtausbeute bei Trockenschrot schlechter
Trockenschrot kond. Schrot Nassschrot
Schrotvolumen [ml/100g] 260 320
Trebervolumen [ml/100g] 208 230 320
Vorderwürzeausbeute [%]
gut gelöstes Malz
46,9 45,8 40,7
Vorderwürzeausbeute [%]
schlecht gelöstes Malz
46,5 45,5 39,3
  • Beeinflussung der Würzezusammensetzung
    • feines Schrot
      • rasche Lösung und bessere Stoffübergänge
      • enzymatische Umsetzung etwas schneller
    • mehr Grobgrieße
      • Maischverfahren anpassen (Ausbeute!)
      • bessere Läuterarbeit (Filterkuchenporosität)
    • schlecht gelöste Malze
      • Ausgleich durch Schrotung sehr wichtig
      • Sortierung des Malzes (1. u. 2. Sorte getrennt schroten)
    • Spelzentrennung (gerbstoffarme, hellere und mildere Biere)
    • Einsatz von Malz-Fraktionen
      • spezifische Vermahlung und Siebung
      • Vormaischen bzw. Zumaischen von Teilfraktionen (z.B. ß-Glucan, Stickstoff für Schaum)
  • Pulverschrot für Maischefilter
    • Schlag- und Prallmühlen (z.B. Hammermühlen)
    • Siebeinlangen mit 0,5-1,8 mm lichter Weite
    • nicht zu fein (Klumpenbildung beim Einmaischen → Jodnormalität!)
    • kürzere Maischezeiten möglich (ca. 60 min)
    • kontinuierliches Maischverfahren möglich
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