Würzebehandlung

Heißtrub

  • Heißtrubabscheidung (Menge: 200-400 g/hl Nasstrub, 40-80 g/hl Trub-TS)
    • Abkühlung auf Anstelltemperatur (Wärmetauscher Brauwassererhitzung, Sterilisierung Würzeweg)
    • Belüftung bzw. Sauerstoffaufnahme
    • evtl Kühltrubabtrennung (Menge: 15-30 g/hl)
  • Definition: Ausfällungsprodukt, das nach Abtrennung aus Würze in 90 °C-Wasser unlöslich ist
  • Zusammensetzung
    • Eiweiß 50-60 %
    • Hopfenharze 16-20 %
    • andere organische Stoffe & PP 20-30 %
    • Mineralstoffe 3-30 %
    • Teilchengröße 30-80 µm
  • Parameter zur Heißtrubbildung
    • Kochbewegung
    • Kochzeit- und Temperatur (Zunahme wenn länger/höher)
    • Trübung Läuterwürze (Zunahme wenn stärker)
    • pH-Wert (Zunahme wenn niedriger)
    • Hopfenpolyphenole (Zunahme wenn mehr)
    • Würzekonzentration (Zunahme wenn dicker)
    • Maisch- und Läuterarbeit
    • Eiweißgehalt des Malzes
    • N-Gehalt (Zunahme wenn höher)
    • Auflösung (Zunahme wenn stärker)
    • Gerstensorte
    • Abdarrtemperatur (Abnahme wenn höher)
    • Maischverfahren (Abnahme wenn niedrigere Einmaischtemp., Abnahme bei Dekoktion, Abnahme bei größeren Kochmaischen)
  • Folgen des Heißtrubes
    • dunkelfarbige, breitbittere, roh schmeckende Biere
    • schlechteter Schaum, Verschmieren der Hefe
    • schlechte Geschmacksstabilität
  • Methoden zur Heißtrubentfernung
    • Schwerkraftabscheidung Sedimentation (Kühlschiff, Setzbotich, Dekanter)
    • Schwerkraftabscheidung Zentrifugation (Tellerzentrifuge)
    • Filtration (Kesselfilter)
    • Hydrodynamische Abscheidung (Whirlpool)
      • tangentiales Einströmen → Rotationsparaboloid
      • Sedimentationszeit (60-80 min, normal 15-30 min, kurze Rastzeiten)
      • Klärung (oft mangelhaft, Trübungsmessung Auslauf, < 70 mg/l)
        • zu hohe Einströmgeschwindigkeit (Störwirbel)
        • Einströmung nicht tangential (Störwirbel)
        • Störungen bei Nachdrücken von Heißwasser
        • Zerschlagen des Trubes durch Scherkräfte (Pumpen, Leitungsbögen, Einbauten)
        • Lufteinschlag (Hopfenseiher, Pfanne, Pumpe)
        • Konsistenz der Trubteilchen
          • inhomogen, höher viskose Malze
          • knappes Maischverfahren
          • unbefriedigende Kochung
          • frühe Würzesäuerung
        • Feststoffreiche Abläuterung (Vorderwürzeabzug von oben, alte Maischefilter feststoffreich)
        • zu große Mengen an Hopfenpulver (→ 5 kg/m2)
      • Auseinanderlaufen des Trubes (Abzugsgeschwindigkeit > Sickergeschwindigkeit → Pumpe drosseln bei Sichtbarwerden des Trubkegels)
      • Nachisomerisierung der α-Säuren beträgt nochmals +67 %

Würzekühlung

  • Würzevorkühlung: vor Einlauf in der Whirlpool
    • freies DMS geht stark zurück, dafür ist noch Precursor vorhanden
    • TBZ ist geringer und keine so starken Differenzen zwischen Ausschlagwürze und gekühlter Würze
  • Belüftung
    • ca 8-10 mg O2/l
    • chem. O2-Bindung (besser bei höheren Temperaturen, stärkeren Stammwürzen, inniger Durchmischung)
    • physikalische O2-Bindung (besser bei niedrigeren Temperaturen)
    • Heißbelüftung negativ (Oxidationsvorgänge → Verringerung Redoxpotential, Vorsicht bei Lufteinzug von Würzepumpen)
    • Farbe, P.I., TBSF nimmt bei Belüftung zu
    • Gesamt-N, Koag-N, Hochmol. N, PP, Anthocyanogene, Tannoide nehmen bei Belüftung ab
  • Plattenkühler

Kühltrub

  • Definition: Ausscheidungen, die beim Abkühlen unter 70-55 °C sich bilden (→ bis Anstelltemperatur)
  • Zusammensetzung
    • Eiweiß 48-57 %
    • Gerbstoffe 11-26 %
    • Kohlenhydrate 20-36 %
    • Teilchengröße 0,5-1,0 µm
    • je größer die Mehlschrotdifferenz, desto höher der Kühltrubgehalt (zugunsten der Kohlenhydrate auf Kosten Gerbstoffe)
  • Parameter der Kühltrubbildung
    • Grad der Abkühlung
    • Geschwindigkeit der Abkühlung
    • Bewegung (schnelle und kräftige Bewegung → besseres flockiges Ausfallen)
    • Malzlösung (Rohfrucht: wenig Kühltrub)
    • Schrotung (feines Schrot → mehr PP → mehr Kühltrub)
    • Maischverfahren (Dreimaischverfahren wenig, HKM viel Kühltrub → schlechte Klärung Lagerkeller)
    • Kochung (laufende Abnahme, partielle Erhöhung durch Hopfengabe, geringer PP-Gehalt Hopfen)
  • keine Entfernung des Kühltrubs, wenn
    • Heißtrubabtrennung vollständig
    • gutes Hefemanagement
    • Geschmacksvorstellungen sich mit anfallendem Kühltrub decken
  • Methoden Kühltrubentfernung
    • Sedimentation (Anstellbottich, Kühlschiff, Kaltsedimenation) (33,5 % Entfernung)
    • Zentrifugation (Kaltseparierung → Energiekosten!) (ca. 50 % Entfernung)
    • Filtraton (Kieselgurfiltration → Biologie!)
    • Flotation (evtl. Zweitbelüftung vor Anstellen) (55,7 % Entfernung)
      • Einbringen von kleinen Luftbläschen, die Trub mit an Oberfläche reißen
      • Umpumpen nach max 3 h, sonst Schaumdecke/Rücklösung von Kühltrub
  • Kühltrub und Bierqualität
    • Filtrierbarkeit schlechter (zögernde, amorphe Kühltrubausscheidung)
    • Gärung (Entfernung ist günstig für Bieraromastoffe, evtl. Zinkmangel bei Entfernung)
      • Gärzeit kann durch Kühltrub verkürzt werden
      • abhängig vom Alter der Hefe (junge, vitale Hefe kann gut mit Kühltrub umgehen)
      • FAN-Gehalt sinkt Gärung stärker durch Flotation
      • Insgesamt gibt es eine stärkere FAN-Abnahme mit Kühltrub
      • Lagtime mit Kühltrub am höchsten
    • Geschmacksstabilität (teilweise Entfernung günstig)
      • Vollmundiger, charaktervoller als mit Flotation
      • SO2-Gehalt mit Kühltrub auch am höhcsten
      • je mehr Kühltrub, desto mehr Warmtage
      • Geruch mit Kühltrub reiner, weniger hefig
    • vorrangig wird Eiweiß entfernt
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