Würzekühleinrichtungen

Würzekühler als Plattenapparat

Aufbau

  • Tragstange
  • Plattenpaket
  • Gestellplatte
  • Anschlußstutzen
  • Spannschrauben
  • Stütze
  • Druckplatte

Bauarten

  • gedichtet
  • geschweißt: voll/halb
  • gelötet: Kupfer, Nickel, Silber

Bezeichnung zur Schaltung

(1)
\begin{align} \frac{1x5}{1x5} \qquad \frac{3x2}{3x2} \end{align}

1. Zahl "Stufenzahl": Anzahl der hintereinander durchströmten Platten
2. Zahl "Plattenpaket": Anzahl der parallelen Stoffströme pro Stufe

Kriterien zur Auswahl

  • Flächenreserve
  • Druckverluste auf kalter und warmer Seite (ca. 2 bar)
  • Plattentyp (weiche oder harte Platten, Freistromplatte)
  • Dichtungswerkstoff (NBR)
  • Plattenwerkstoff (Korrosion, 1.4401; 1.4439 bei Chloridgehalten 70-250 mg/l)
  • Fixierung des Dichtungswerkstoffes (mit/ohne Kleber)
  • Ausführung des Gestells
  • Maximale Plattenzahl für das Gestell

Eigenschaften Plattenapparate

  • Vorteile
    • Platzsparender als Rohrbündelapparat
    • kleineres Eigenvolumen bei gleicher Leistung
    • nachträgliche Veränderung bei Wärmeübertragungsfläche möglich
    • Reinigung und Desinfektion einfacher als bei Rohrbündelapparaten
    • Produktverweilzeit gut anpassbar
    • mehrere Prozessabteilungen in einem Gesamtapparat (KZE)
  • Nachteile
    • Betriebsdruck max. 40 bar (verlötet); 25 bar (geschraubt)
    • Probleme bei der Abdichtung der Platten
    • größerer Druckverlust bei vergleichbarer Leistung
    • ungleichmäßige Produktverteilung möglich
    • nicht für Produkte mit großer Verschmutzungsneigung

Allgemeines

  • max. 60 Minuten
  • Abkühlung untergärig 5-10 °C, obergärig 15-25 °C
  • Plattenwärmeüberträger aus Edelstahl
  • Ein- oder zweistufige Kühlung

Einstufige Würzekühlung

  • Dichte der Würze 1010 kg/m3
  • spez. Wärmekapazität Würze 4,0 kJ/(kg K), Wasser 4,19 kJ/(kg K)

Thermische Leistung Q

(2)
\begin{align} \dot{Q}_{Wu} = \frac{V_{AW} \cdot \rho_{Wu} \cdot c_{pWu} \cdot (t_{Wu,E} - t_{Wu,A}}{\tau} \end{align}

Brauwassermassenstrom mW und Korrekturfaktor f = 0,98

(3)
\begin{align} \dot{m}_W = \frac{\dot{Q}_{Wu} \cdot f}{c_{pW} \cdot (t_{W,A} - t_{W,E}} \end{align}

Würzemassenstrom m

(4)
\begin{align} \dot{m}_{Wu} = \frac{V_{Wu} \cdot \rho_{Wu}}{\tau} \end{align}

mittlere logarithmische Temperaturdifferenz

(5)
\begin{align} \Delta t_m = \frac{\Delta t_{Gr} - \Delta t_{Kl}}{\ln{\frac{\Delta t_{Gr}}{\Delta t_{kl}}}} \end{align}

Wärmeübertragungsfläche mit Wärmedurchgangskoeffizient k = 3300 W/(m2 K)

(6)
\begin{align} A = \frac{\dot{Q}_{Wu}}{k \cdot \Delta t_m} \end{align}

Anzahl der Platten mit Wärmeübertragungsfläche pro Platte Ap

(7)
\begin{align} N = \frac{A}{A_p} \end{align}

Warmer Brauwassertank

  • warmes Brauwasser wird erst nach erstem Einmaischen erzeugt
  • nach letztem Einmaischen müssen noch mehrere Sude gekühlt werden -> Speicherung für Wochenende
  • Nachheizmöglichkeit, um Wärmeverluste während sudfreie Zeit auszugleichen

Bruttovolumen VBW
fBW spez. Brauwasseranfall (Brauwasser/Ausschlagwürze)
tauS Zeitdauer für einen Sud
tauAus Ausschlagintervall
fS Sicherheitsfaktor ca. 1,25

(8)
\begin{align} V_{BW} = V_{AW,h} \cdot f_{BW} \cdot Aufrunden \left( \frac{\tau_S}{\tau_{Aus}} \right) \cdot f_S \end{align}

Zweistufige Würzekühlung

  • 1. Stufe: Vorkühlabteilung mit nicht gekühltem Brauwasser (PWÜ)
  • 2. Stufe: Nachkühlabteilung mit Kälteträger (Eiswasser, Alkohol-Wasser-Gemisch; PWÜ)
  • möglichst niedrige Würzeübertrittstemperatur (wegen kleine Temperaturdifferenz zwischen Würzeaustritt und kaltes Brauwasser)
  • möglichst hohe Kälteträgervorlauftemperatur im PWÜ

-> mehr Brauwasser
-> weniger Kälte nötig
-> weniger elektrische Arbeit

Eiswasserspeicheranlagen

Anforderungen

  • Ausreichende Speicherfähigkeit
  • Ausreichende Abtauleistung
  • Zusammenwachsen des Eisansatzes vermeiden
  • Störmungsgeschwindigkeit Eiswasser im Bottich ca. 0,3-0,4 m/s
  • Rücklauf Eiswasser auf mehrere Einströmöffnungen verteilen
  • gute Isolierung

Wirtschaftlichkeit

  • Anzahl der Sude pro Tag (bis 4-5 Sude/Tag)
  • Kosten für Bezug von elektrischer Energie (Leistungs-/Arbeitspreis)
  • Reine Nachtspeicherung oder teilweise Nachtspeicherung

Auslegung

Nutzkälteleistung des Verdichters
Q0,d täglicher Kältebedarf Würzekühlung [kWh/d]

(9)
\begin{align} \dot{Q}_{0N} = \frac{Q_{0,d}}{\tau,,d,,} \end{align}

Wärmeverlust

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