Sudhausauslegung

Prinzipielle Vorgehensweise

  1. Sudhausneubau
  2. Sudhausumbau (Erweiterung, Modernisierung)
  • zukünftige Absatzentwicklung
  • derzeitiges Produktsortiment → zukünftiges Produktsortiment
  • Anforderungen an Produktqualität
  • Rechtliche Vorschriften
  • Personal- und Rohstoffkosten
  • Energie- und umwelttechnische Vorgabe
  • jährlich produzierte Verkaufsbiermenge
  • Ausstoßerteilung ü das Jahr
  • Arbeitszeiten
  • monatliche/wöchentliche/tägliche Bierproduktion
  • Prozessschritte
  • Angewandte Brautechnologie
  • Sudhausbelegungsdiagramme
  • Auswahl des geeigneten Sudwerks
    • Investitionskosten
    • Platzbedarf
    • Personalkosten
    • Energiekosten
    • Aufwand für Steuer- und Regelung, Automatisierung
    • Aufwand für Reinigung

Arbeitstage

  • 35-Stunden Woche
    • 1 Monat = 4 Wochen
    • 4 Produktionstage in Woche (4,5 Arbeitstage)
    • → 16 Produktionstage → 18 Arbeitstage pro Monat
  • 40-Stunden Woche
    • 1 Monat = 4,15 Wochen
    • 4,5 Produktionstage in Woche (5 Arbeitstage)
    • → 18,5 Produktionstage → 20,75 Arbeitstage pro Monat
  • 48-Stunden Woche
    • 1 Monat = 4,25 Wochen
    • 5,5 Produktionstage in Woche (6 Arbeitstage)
    • → 23,5 Produktionstage → 25,5 Arbeitstage pro Monat

Ausschlagintervalle / Sudfolge

Das Ausschlagintervall τAus [min] berechnet sich aus aus der Sudanzahl pro Tag SZ [1/d]

(1)
\begin{align} \tau_{Aus} = \frac{24~h/d \cdot 60~min/h}{SZ} \end{align}

Sudhauskapazität

Die Sudhauskapazität KSH [hl VB/a] wird aus dem heißen Ausschlagwürzevolumen AWh [hl/Sud], der Faktor für Tage in Woche fdW, den Faktor für Wochen in Monat fWM, dem Bierschwand SB [%], dem Spitzenmonatsfaktor fSM und dem Ausschlagsintervall τAus [h/Sud] ermittelt.

(2)
\begin{align} K_{SH} = \frac{AW_h \cdot 24~h/d \cdot f_{dW} \cdot f_{WM} \cdot (1-S_B)}{\tau_{Aus} \cdot f_{SM}} \end{align}

Anzahl Sude in Produktionsperiode

Für die Berecnung der Anzahl der Sude pro Produktionsperiode benötigt man die Zeitdauer einer ununterbrochenen Produktionsperiode τPP [h], die Zeitdauer eines Sudes τS [h] und den Ausschlagintervall τAus [h]. Somit berücksichtigt man evtl. auftretende Nebenzeiten (z.B. Zwischenreinigung)

(3)
\begin{align} Z = \frac{\tau_{PP} - \tau_S}{\tau_{Aus}} + 1 \end{align}

Bierschwand

Der Bierschwand SB [%] errecnet sich aus dem Volumen der heißen Ausschlagwürze VAW und dem Volumen des abgefüllten Bieres VAB. Dieser liegt zwischen 8-12 %.

(4)
\begin{align} S_B = \frac{V_{AW} - V_{VB}}{V_{AW}} \cdot 100 \end{align}
  • Umrechnungen von Produktionsmengen
    • Kalte Würze = AWh * 0,955
    • Jungbier nach Gärung = AWh * 0,94
    • Unfiltriertes Bier nach Lagerung = AWh * 0,93
    • Bier nach Filtratoin = AWh = 0,92
    • Bier nach Drucktank = AWh = 0,915
    • Bier nach Abfüllung = AWh = 0,90

Würzeproduktion

Das Volumen des abfüllten Bieres pro Monat VBMo [hl/Mo] berechnet sich aus der jährlichen Verkaufsbiermenge VB [hl/a] mal dem Spitzenmonatsfaktor fSM [a/Mo]

(5)
\begin{align} VB_{Mo} = VB \cdot f_{SM} \end{align}

Wöchentlich

Zusammen mit dem Bierschwand SB [%] und dem Faktor für Wochen in Monat fWM läasst sich die wöchentliche Ausschlagwürzemenge AWWo [hl/Wo] berechnen.

(6)
\begin{align} AW_{Wo} = \frac{VB_{Mo}}{(1-S_B) \cdot f_{WM}} \end{align}

Täglich

Mit hilfe des Faktors für Tage in Woche fdWo erhält man die tägliche Würzeproduktion AWd [hl/d].

(7)
\begin{align} AW_d = \frac{AW_{Wo}}{f_{dWo}} \end{align}
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