Schroterei

Grundlagen der Zerkleinerung

  • Prozess Zerkleinern
    • definierte Partikelgrößen und -verteilungen
    • Vergrößerung der Oberfläche zur Beschleunigung von Reaktionen
    • Aufschließen von heterogenen Stoffen
  • Beanspruchung
    • Walzenmühlen: Druck und Scherung
    • Hammermühlen: Prall

Läuterbottich- und Maischefilterschrot

Fraktion Drahtstärke sD [mm] Maschenweite sM [mm] LB [%] MF [%]
Spelzen 0,31 1,270 18 0,6
Grobgrieß 0,26 1,010 8 0,9
Feingrieß I 0,15 0,547 35 7,0
Feingrieß II 0,07 0,253 21 14,3
Mehl 0,04 0,152 7 12,0
Pudermehl Boden 11 65,2

Die Anzahl der Maschen N pro cm3 berechnet sich mit Hilfe der Drahtstärke und der Maschenweite.

(1)
\begin{align} N = \frac{100~mm^3}{(s_M + s_D)^2} \end{align}

Walzenmühlen

  • Beanspruchung bei Walzenmühlen
    • glatte Walzen ohne Voreilung = Druckkräfte
    • glatte Walzen mit Voreilung = Druck- und Scherkräfte
    • Geriffelte Walzen mit Voreilung = Druck-, Scher- und Schneidkräfte

Grundprinzip

  • Einflussgrößen
    • Walzenpaaranordnung → 2/4/5/6-Walzenmühle mit/ohne Siebe
    • Mahlspaltweite
    • Walzendurchmesser
    • Druchsatz
    • Siebbespannung
    • Walzenoberfläche
      • glatt → mehr Mehl
      • Riffelwalzen → Grieß
      • Riffel S/S → Grieß
      • Riffel R/R → Mehl (Spelzen)
    • Differenzdrehzahl → geringe Differenz: Quetschen (Mehl); hohe Differenz: Schneiden (Grieß)

Walzenriffelstellung

  • Schneidewinkel 25-30°
  • Rückenwinkel 50-70°
  • Drall der Walzen 8-18 %

Hammermühle

  • Einstellmöglichkeiten
    • Anzahl, Länge der Hämmer
    • Maschenweite des Siebes
    • Rotationsgeschwindigkeit und Richtung
    • Zufuhrgeschwindigkeit Malz
  • Einmaischen: Malzrumpf → Hammermühle → Vormaischer → Maischgefäß

Leistung Schrotmühle

Die Leistung LSM (t/h) einer Schrotmühle lässt sich über die Schüttung S (kg/Sud) und die Einmaischdauer/Schrotdauer τSM berechnen.

(2)
\begin{align} L_{SM} = \frac{S}{\tau_{SM}} \cdot \frac{60~min/h}{1000~kg/t} \end{align}

Schrotungsarten

Trockenschrotung

  • Zwei-, Vier-, Fünf-, Sechswalzenmühlen
  • Einmaischen: Malzrumpf → Walzenmühle → Schrotrumpf → Vormaischer → Maischegefäß

Nassschrotung

  • Malz vor Schrotung 20-30 min geweicht (Spelzen Wasseraufnahem → elastisch)
  • Weichkonditionierung: kurze Zeit im Konditionierschacht mit warmen Wasser im Durchlauf
  • Einmaischen: Malzrumpf → Konditionierungsschacht → Quetschwalzen → Maischepumpe → Maischegefäß

Schrotrumpfvolumen

Das Bruttovolumen VSR (m3) des Schrotrumpfes errechnet sich aus der Malzschüttung S (kg), dem Korrekturfaktor fSR (Totraum im Schrotrumpf + 10 %) und der Dichte des Schrotes ρS (kg/m3).

(3)
\begin{align} V_{SR} = \frac{S \cdot f_{SR}}{\rho_{S}} \end{align}

Massendurchsatz einer Walzenmühle

Bei gleicher Umlaufgeschwindigkeit beider Walzen kann der Massendurchsatz m (kg/h) als Produkt des Korrekturfaktors für den Feststofffüllungsgrad fSM, die Spaltweite s (m), der Walzenlänge L (m), der Umfangsgeschwindigkeit w (m/s) und der Dichte des Zerkleinerungsgutes ρG (kg/m3) ausgedrückt werden.

(4)
\begin{align} \dot{m}_{SM} = f_{SM} \cdot s \cdot L \cdot w \cdot \rho_G \cdot 3600~s/h \end{align}

Die Umfangsgeschwindigkeit errechnet sich mit Hilfe des Walzendurchmessers dW (m) und der Drehzahl n (1/min)

(5)
\begin{align} w = \frac{\pi \cdot d_W \cdot n}{60~s/min} \end{align}

Unter Berücksichtigung der Voreilung kann man vereinfacht sagen, dass gilt:

(6)
\begin{align} w = \frac{\pi}{2 \cdot 60} \cdot \left( d_{W1} \cdot n_1 + d_{W2} \cdot n_2 \right) \end{align}

Aufstellung, Betrieb und Kontrolle

  • Aufstellung erschütterungsfrei und waagerecht
  • Walzen in Längsachsenrichtung parallel stehen
  • Walzenabstand wichtig für Schrotergebnis
  • Drehzahl der Walzen
  • Durchmesser und Riffelung der Walzen
  • Auslauf der Mühle
  • Zustand der Siebsätze
  • Zuführung des Malzes zu den Walzen
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